Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.
Ferdinand Magellan
Wir sind wieder auf vier Rädern unterwegs: Für die nächsten sieben Wochen fahren wir mit einem Campervan durch den Südwesten der USA. Zu Beginn haben wir die Pazifikküste südlich von Los Angeles bis zur mexikanischen Grenze entdeckt, sind los in die Wüste zum ersten Nationalpark auf unserer Tour und an einem überraschend schönen Wüstensee gelandet.

Unser Campervan
Unser Campervan ist ein umgebauter, hoher Chevrolet Express Kastenwagen, mit dem man überall fahren kann, wo auch normale Autos durch dürfen (ausser manchmal die Höhe, z.B. bei Parkhäusern). Er ist mit einem kleinen Gasherd, Abwasch/Spüle, Kühlschrank und Sitzgelegenheiten mit Tisch, die in der Nacht zum Bett werden, ausgestattet. Ähnliche Fahrzeuge hatten wir bereits in Australien und Neuseeland und wollten unbedingt wieder so einen. Da in Amerika alles immer viel grösser ist, sind diese „kleinen“ Camper nicht sehr verbreitet. Sicher kein Luxus, aber macht Spass!

Wie klein wir im Vergleich sind merkten wir schon am ersten Tag am Bolsa Chica Campingplatz gleich am Meer südlich von Los Angeles. Die meisten Wohnmobile haben die Grösse von kleinen Wohnungen, teilweise richtige Busse, die auf alle Seiten durch Ausfahren von „Slide-Outs“ nochmals erweitert werden können.
Leider hatten wir am Anfang ein paar Probleme mit nicht mitgelieferten Schlafsäcken (eine sehr kalte erste Nacht war das), wackeligem Tisch und nicht funktionierender Batterie. Unser Licht, Kühlschrank, Wasserpumpe, Abzug und Handyladen laufen nämlich über eine eigene Batterie, die entweder über Stromanschluss in der Nacht oder Solarzellen am Dach untertags aufgeladen wird. Solange wir Sonne haben, brauchen wir eigentlich keine Campingplätze mit Stromanschluss, ausser wir wollen richtige Geräte an die Steckdosen im Auto anschliessen.

Die Küste
Die Region südlich von Los Angeles bis San Diego ist sehr stark verbaut und Siedlungen reihen sich aneinander. 10-spurige Autobahnen gehörten für uns hier zum Alltag. An der Küste selbst darf aber nicht gebaut werden und viele Gebiete sind auch als State Parks geschützt. In zwei dieser State Parks (San Clemente und San Elijo) verbrachten wir einige Nächte in toll gelegenen Campingplätzen mit direktem Strandzugang.


Das Baden liessen wir uns auch nicht vom 15-16 Grad kalten Pazifik nehmen und teilten uns die Wellen mit ganz vielen Surfern, die hier an allen Stränden anzutreffen sind.

In La Jolla, das schon zur Stadt San Diego gehört, mieteten wir ein Kajak und warfen ein Blick auf die Höhlen in den Klippen, auf den Seelöwen- und Robben-Strand und die Tausenden von Vögeln (wo uns davor auch eine Möwe mit einem Geschenk von oben „beglückte“). Dann schnorchelten wir auch noch in der Bucht und sahen neben leuchtend orangen Fischen und Seelöwen auch einen kleinen Leopardenhai.



San Diego
Positiv überrascht waren wir von der Innenstadt von San Diego, wo wir einen halben Tag durchspazierten. Einige autofreie Strassen, viel Aussengastronomie und interessante ältere Häuser luden zum Verweilen ein.





Eine Nacht verbrachten wir nahe an der mexikanischen Grenze. Der Tijuana River Valley Park liegt direkt an der Grenze zur gleichnamigen Stadt in Mexiko. Zum Abendessen und Frühstück konnten wir von unserem Stellplatz auch den enormen Grenzzaun in der Hügelkette zwischen den Staaten sehen.

Die Joshua Trees
Nach unser ersten längeren Autofahrt erreichten wir den Joshua Tree Nationalpark, über 200 km östlich von Los Angeles, aber immer noch in Kalifornien. Der Park ist benannt nach dem Joshua Tree (auf Deutsch Joshua-Palmlilie), der grössten Yucca/Palmlilien-Art, die vor allem in diesem Park vorkommt und teilweise bis zu 900 Jahre alt werden kann. Ausserdem gibt es auch viele Kakteenarten, unter anderem den Cholla-Kaktus, wovon es an einer Stelle einen richtigen Kakteen-Garten gibt.


Hier wartete auch die titelgebende Wüste auf uns: Der Park liegt im Übergang von der höheren Mojave-Wüste zur tieferen (grossteils unter dem Meeresspiegel liegenden) Colorado-Wüste. Neben den Joshua Trees gibt es hier vor allem kleinere, buschartige Gewächse.
Besonders interessant hier sind auch die Steinsformationen. Grosse, kahle Steine, die in kleinere Felsen zerbrochen sind, dominieren die Landschaft. Gemeinsam mit den Joshua Trees hat die Wüstenlandschaft so ein ganz eigenes Landschaftsbild.






Der erste Wüstensee
Eine positive Überraschung erlebten wir mit dem Havasu-See. Wir suchten einfach einen Stopp, damit wir die Strecke zu den Nationalparks von Arizona nicht auf einmal fahren mussten und fanden einen tiefblauen See mitten in karger Wüstenlandschaft. Der See ist in den 30er-Jahren durch den Bau einer Staumauer im Colorado River entstanden und dient seitdem als Wasserreservoir für grosse Teile Arizonas. Der Fluss bzw. der See bilden auch die Grenze zwischen Kalifornien und Arizona.
Wir hatten unseren Stellplatz auf der Arizona-Seite in Lake Havasu City direkt am Wasser, was wir auch ausgiebig zum Schwimmen nutzten. Hier bekamen wir auch eine volle Ladung Wüstenwetter mit über 37 Grad. Die vielen lauten Boote (da es keine Geschwindigkeits- oder Motorenbeschränkungen am See gibt) sowie die Millionen von kleinen Insekten waren jedoch weniger schön.



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On the road
Nach etwas Startschwierigkeiten sind wir jetzt schon voll im Campen drin, geniessen vor allem die Unabhängigkeit und dass wir selbst kochen können. Wir nehmen uns immer Zeit für Frühstück und Abendessen und kochen wahrscheinlich aufwändiger als die meisten anderen einheimischen Camper. Die überschaubare Campingküche mussten wir auch schon mit ein paar Utensilien aufstocken. Jetzt warten dann zahlreiche Naturhighlights in den Nationalparks von Arizona und Utah auf uns. Mehr davon (und viele Fotos) in den kommenden Einträgen.
Danke für den tollen Bericht. Als grosser Camperfan kenne ich dieses Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit nur allzu gut. Ich bin natürlich sehr gespannt, was ihr noch alles erlebt. Geniesst es!
Ganz liebe Grüsse
André
Hallo zäme
Ou wenn ig mit em Läse vom Reisebricht wieder im „Weschte“ glandet bi, es isch sehr interessant und ig wünsche öich no viu schöni Erläbnis. Aues was uf de Teller isch gseht sehr fein us !!!
Liebe Gruess Annemarie
Unwahrscheinlich Schönheiten überall, die schönen Stein Formationen und Kakteen sind eine Augenweide. Dieser Camping Bus
bringt sehr viele Möglichkeiten, nicht gebunden zu sein und schnell wieder an anderen Orten die Schönheiten zu geniessen.
Ich beneide Euch um alles was ihr Hautnah erleben könnt. Weiterhin alles Gute auf der nächsten Etappe.
So viele schöne Bilder auch auf Instagram. Wir sind begeistert von den Reiseberichten und die vielen Eindrücke von eurer Reise besonders die Wüstenbilder gefallen uns. Weiterhin viel Spass und so schöne Nachtessen bei Sonnenuntergang .
Liebe Grüsse die Herrmann’s